Stefanie Sargnagel und Sharon Dodua Otoo lasen beim deutschen Botschafter

Bachmannpreis Teil 2? Hätte man angesichts der beiden geladenen Autorinnen Sharon Dodua Otoo und Stefanie Sargnagel meinen können. Beide gewannen beim letztjährigen Literaturwettbewerb in Klagenfurt Preise. Von Rivalität war jedoch bei der Lesung und dem Gespräch, das Angelika Hager, alias Polly Adler, in der Residenz des Botschafters moderierte, keine Spur. Die Themen reichten von Feminismus, Katzenbabys, Rassismus, roten Mützen bis hin zur Berliner Schnauze. Das Gespräch der drei Damen und die gelesenen Texte machten auf jeden Fall Lust auf mehr.

Dass es keine literarische Lesung im klassischen Sinn werden würde, war von Anfang an klar. Dafür haben die beiden Autorinnen Sharon Dodua Otoo und Stefanie Sargnagel auch außerhalb ihrer Texte zu viel zu sagen. Es entwickelte sich daher erwartungsgemäß ein spannendes Gespräch, das in rasanter Geschwindigkeit all die Themen abdeckte, die beide Autorinnen jeweils in letzter Zeit bewegt haben. Mit beachtlicher Übersicht moderierte Angelika Hager das Gespräch.

Sharon Otoo las aus „Die Dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“, wobei sie klarstellte, dass das Werk nicht als Biographie zu sehen ist, auch wenn sich für den Leser/die Leserin Parallelen zu ihrem eigenen Werdegang andeuten. Auch Stefanie Sargnagel stellte heraus, dass es Grenzen gebe zwischen Privatperson und Kunstfigur. Die jüngste öffentliche Diskussion um ihre Texte und ihre Person sei nicht spurlos an ihr vorübergegangen.

Die Gäste in der Residenz waren Zeugen einer sehr lebendigen Veranstaltung mit zwei überaus talentierten Autorinnen, die eine Kostprobe davon gaben, was noch alles von ihnen zu erwarten ist.