Berlin zu Gast in Wien

Wien sei zwar nicht so groß wie Berlin und hätte auch nicht so viele hippe Clubs und Läden, dafür aber einen ganz besonderen Charme. So das Fazit eines Vergleichs von Wiener Studierenden mit der deutschen Hauptstadt. Von diesem Charme konnte der Berliner Bürgermeister, Michael Müller, sich persönlich überzeugen.

 

Vom 21. bis 22. November 2017 besuchte er die Stadt mit einer Wirtschaftsdelegation. Eingeladen hatte die Deutsche Handelskammer in Österreich. Müller nutzte die Gelegenheit, den Wirtschaftsstandort Berlin vorzustellen.

Wien und Berlin sehen sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Das Bevölkerungswachstum ist enorm. Wie können die Städte damit umgehen? Eine Frage, die Müller mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl diskutierte und die beide Städte noch lange beschäftigen wird.

Berlin hat sich entschieden, auf Wissenschaft und Forschung sowie Kreativität zu setzen. Zwar gibt es auch Industrie, wie das BMW-Motorradwerk, aber die hat sich bei weitem nicht so entwickelt, wie sich das die Mütter und Väter der Stadt erhofft hatten. Die Industriebetriebe sind nach dem Mauerfall nicht wie erwartet nach Berlin gekommen.

Also mussten andere Konzepte greifen. Ein Beispiel von heute: Berlin richtete gerade an seinen Universitäten und Hochschulen 50 zusätzliche Professuren für Digitalisierung ein. Ein Statement, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll.

Auch die Kreativwirtschaft boomt. Was der Wien- Besuch deutlich zeigte. Zu dem festlichen Empfang, den die Handelskammer gab, sprach auch die Präsidentin der Berliner Industrie-und Handelskammer, Beatrice Kramm. Sie kam gerade aus New York, wo sie einen Internationalen Emmy für die ZDF-Serie „Familie Braun“ gewonnen hatte. Kramm ist Filmproduzentin.

Die Episoden der Serie seien perfekt geeignet für You Tube, meinte ein Kritiker. Kreativität, Digitalisierung und eine Kammerpräsidentin – insgesamt eine gute Entwicklung. Vielleicht klappte es eines Tages sogar mit Berliner Charme.