Wiens Waste Watcher bald in Berlin?

Berlin will von Wien lernen, wie eine Stadt sauber werden kann. SPD-Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses erkundigten sich in der österreichischen Hauptstadt, wie das in der Praxis funktioniert. Weil Wien seit Jahren Vorbild bei der Müllvermeidung ist.

Der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck ist Initiator der Reise. Er lebt im Berliner Stadtteil Neukölln und will sich nicht damit abfinden, dass es in manchen Ecken aussieht wie auf einer Mülldeponie. Besonders ärgert ihn Sperrmüll. Die Entsorgung kostet Berlin jährlich 25 Millionen Euro. Erwischt werden die Müllsünder fast nie. Gemeinsam mit drei weiteren Kolleginnen und Kollegen stellte er in Berlin einen Forderungskatalog für eine saubere Stadt vor.

Und reiste mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern nach Wien, um sich bei der MA 48, der zuständigen Magistratsabteilung, genau anzuschauen, wie eine Stadt sauber werden und bleiben kann. Wieso gelingt in Wien, was in Berlin immer noch ein Riesenproblem ist? "Eine Großstadt könnte den Kampf gegen den Müll gewinnen“, begeisterte sich Langenbrinck zur Bilanz der Reise. Wien sollte Berlin ein Vorbild sein.

Ob auch bald in Berlin Waste Watcher auf den Straßen unterwegs sein werden, bleibt abzuwarten. Aber die drei Säulen der Müllvermeidung prägten sich ins Gedächtnis der Berlinerinnen und Berliner ein:

1. Ausweitung des Serviceangebotes. In Wien gibt es fast genauso viele Mistkübel wie in Berlin. Allerdings hat Berlin die doppelte Einwohnerzahl.

2. Stärkung der Eigenverantwortung: So stammen die Sprüche auf den Mistkübeln von Wienerinnen und Wienern, die einen Online-Wettbewerb gewonnen haben.

3. Sanktionsmöglichkeiten: Wer nicht hören kann, muss fühlen, gilt auch bei der Müllvermeidung. Und erst hier kommen die Waste Watcher ins Spiel. Sie laufen durch die Stadt und ahnden Verunreinigungen. Oder die Ordnungsberater, die in den Wohnanlagen der Stadt für Sauberkeit sorgen und darauf achten, dass sich Mieterinnen und Mieter an die Hausordnung halten.