Europa zusammenhalten: Malu Dreyer zu Besuch in Wien

Ministerpräsidentin und Bundesratspräsidentin Malu Dreyer hat bei ihrem zweitägigen Besuch in Österreich für ein starkes Europa geworben. In Wien gab sie gemeinsam mit Botschafter Johannes Haindl einen Empfang in der Residenz des Botschafters. Sie traf Gäste aus Politik, Kultur und Kunst. Außerdem führte sie Gespräche mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen, der Präsidentin des österreichischen Bundesrates, Sonja Ledl-Rossmann, und weiteren Abgeordneten aus National- und Bundesrat.

Dabei betonte die Bundesratspräsidentin die guten und vertrauensvollen Beziehungen beider Länder. „Auf diese nachbarschaftlichen Beziehungen können wir uns verlassen." Es sei vor dem Hintergrund des Brexits und dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in Europa wichtiger denn je, miteinander zu sprechen. „Unser Ziel ist, gemeinsam Antworten auf die großen Fragen zur europäischen Idee zu finden“, unterstrich die Bundesratspräsidentin bei ihren Gesprächen am 25. April 2017.

Dreyer wünschte sich einen "Schulterschluss der Demokraten". Deutschland und Österreich sollten weiterhin innerhalb und außerhalb Europas zusammenstehen, vor allem beim Thema Flüchtlinge. "Nur zusammen sind wir Europa", betonte Malu Dreyer.

Sie komme gerade von der Konferenz der Parlamentspräsidenten aus Bratislava, einer Nachbarstadt Wiens. Dass Europa diese beiden Städte im Herzen des Kontinents nach Jahrzehnten des Eisernen Vorhangs wieder zusammengeführt habe, sei eine große Errungenschaft, unterstrich die Bundesratspräsidentin.

„Europa hat viele Verbindungen, auf die es bauen kann“, erklärte sie. Neben dem Zusammenhalt auf politischer Ebene gebe es auch viele private Beziehungen – das zeige sich an der Viertelmillion Österreicher und Österreicherinnen, die in Deutschland leben. Umgekehrt seien es genauso so viele Deutsche in Österreich.

Thema im Gespräch mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen war unter anderem das Engagement Österreichs in der „Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg“.

Beim Treffen mit ihrer Amtskollegin Sonja Ledl-Rossmann und in Gesprächen mit österreichischen Abgeordneten ging es vor allem um die Zukunft der Pflege und den Austausch über Projekte aus der Sozial- und Jugendarbeit sowie die Stärkung der Demokratie.