Gesundheitspolitik: Hessische Delegation zu Besuch in Wien und Graz

Gesundheitsfachleute aus Deutschland haben sich für e-Health, die elektronische Gesundheitsakte, e-Medikation und den Gesundheitsdialog Diabetes interessiert. Hintergrund der Reise ist der demographische Wandel, der sowohl Deutschland als auch Österreich vor große Herausforderungen stellt.

In Deutschland und in Österreich gehen in den nächsten Jahren im ländlichen Raum viele Hausärzte in den Ruhestand. Den medizinischen Nachwuchs zieht es aber nicht mehr aufs Land. Um dieses Problem bald lösen zu können, verglichen die Fachleute Lösungsansätze miteinander und suchten nach neuen.

In Deutschland wird über Anreize für die Niederlassung von Ärzten nachgedacht. Bund und Länder einigten sich im März dieses Jahres auf einen Masterplan. Der sieht zum Beispiel eine Landarztquote vor: Länder könnten damit mehr Bewerberinnen und Bewerber um Medizinstudienplätze zulassen.

In Österreich ist man sich sicher, dass eine ausreichende ärztliche Versorgung nur durch massive Digitalisierung des Gesundheitswesens aufrechterhalten werden kann. Dazu zählen die Telemedizin und die elektronische Gesundheitsakte. Das war ein Thema, für das sich die Deutschen sehr interessierten und einiges an Erfahrungen mit nach Hause nehmen konnten.

Vom 26. bis 31. März 2017 besuchte der hessische Staatsminister Stefan Grüttner, Minister für Soziales und Integration, mit einer Delegation Wien und Graz. Der Delegation gehörten Abgeordnete des hessischen Landtags, Interessierte der hessischen Ärzteschaft, der hessischen Krankenhausgesellschaft, der Krankenkassen, der TH Mittelhessen und des hessischen Gesundheitsministeriums an.

Sie führten Gespräche im Gesundheitsministerium, bei der Gesundheit Österreich GmbH, der ELGA GmbH und Mitgliedern des Gesundheitsausschusses im Österreichischen Nationalrat.

In Graz wurde die Delegation von Landesrat Christopher Drexler und der Vizepräsidentin des Landtages Steiermark, Manuela Khom, empfangen. Die Delegation besuchte gemeinsam mit dem Landesrat das Landeskrankenhauses Graz, den Gesundheitsfonds Steiermark, das Forschungszentrum Joanneum Research Health und die Fachhochschule Joanneum.

Im Landeskrankenhaus Graz erfuhr die Delegation u. a. Details zur MEDVISION 2030, dem "Krankenhaus der Zukunft" und dem Einsatz der virtuellen EBA (Erstuntersuchung-Beobachtung-Aufnahme). In das Projekt "Simulationszentrum" - ein Schulungs-OP für Studenten und Mitarbeiter - konnte eingesehen werden.

Das Blutzuckermanagement mit einem Tablet-PC direkt am PatientInnenbett im Krankenhaus wurde der Delegation durch das Forschungszentrum Joanneum Research Health näher gebracht: http://www.klinikum-graz.at/cms/beitrag/10314621/9252155/ .

In der gleichnamigen Fachhochschule Joanneum erhielt die Delegation vertiefte Einblicke in verschiedene Projekte des Studiengangs Gesundheitsinformatik.