Helga Pollak-Kinsky: Mein Theresienstädter Tagebuch 1943-1944

Hoher Besuch im Stadtsaal Wien: Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Lesung einer der letzten Zeitzeuginnen besucht. Helga Pollak-Kinsky war zwölf, als sie im Januar 1943 im Ghetto Theresienstadt begann aufzuschreiben, was sie erlebte.

Ihr Vater hatte ihr ein Heft mit einem schwarzen Pappdeckel geschenkt, bevor die Nazis sie nach Theresienstadt deportierten. Schreib hinein, was du erlebst. Ich tu es auch, sagte er zu ihr. Ein einzigartiges Zeitzeugnis ist daraus entstanden.

Aus dem las Pollak-Kinsky am 29. Januar vor - in der Nähe des Ortes, wo sie ihre ersten glücklichen Kinderjahre verbrachte. Pollak-Kinsky wuchs bis zu ihrem siebten Lebensjahr im Konzertcafé Palmhof ihres Vaters auf der Mariahilferstraße auf.  

Die Zuhörerenden erfuhren viel über die Gedanken, Gefühle und das Alltagsleben des zwölfjährigen Mädchens. Tagesbefehle, Hitze, Typhus und Eisblumen an den Fenstern bestimmten den Alltag. Dabei war immer der Wunsch nach Freiheit und die Sehnsucht nach der Heimat.

Bis zum Oktober 1944 hausten sie und ihre Mitbewohnerinnen im Mädchenheim L 410 im Zimmer 28,  wo nach und nach ein Mädchen nach dem anderen  verschwand. Bis die Nazis Helga im Oktober 1944 selbst nach Auschwitz transportierten.

ESRA, das Psychosoziale Zentrum in Wien und Room 28 organisierten die deutsch-österreichische Veranstaltung zum Internationalen Holocaust Gedenktag. Das ZWoCKHAUS Ensemble aus Berlin begleitete  die Lesung mit Liedern von Ilse Weber und des Theresienstädter Kabaretts.